Mimik und Körperhaltung sind untrennbar. Das haben Forscher der Universität Tilburg in den Niederlanden herausgefunden. Bei der Wahrnehmung eines Menschen kann das Gehirn den emotionalen Ausdruck des Gesichts und den der Körperhaltung nicht trennen.
Und zwar auch dann nicht, wenn der Betrachter sich speziell nur auf die Mimik konzentriert. Die Wissenschaftler zeigten Versuchspersonen Bilder, auf denen Gesichtsausdruck und Körpersprache nicht zueinander passten. Bereits innerhalb von 115 Millisekunden erkannte das Gehirn den Widerspruch.
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich die emotionale "Gestimmtheit" eines Menschen immer auch auf seine Körperhaltung auswirkt. Ist die Seele beispielsweise aus dem Gleichgewicht, kann sich langfristig sogar eine krankhafte Körperhaltung ausbilden. Chronische seelische Verstimmungen wie etwa Depressionen können sich körperlich durch eingezogenen Schultern und einen krummen Rücken ausdrücken. Der Betroffene macht sich praktisch klein, zieht sich in sich selbst zurück, die Atmung ist flach. Eine Schutzfunktion!
Dass man mit einer solchen Körperhaltung nicht mehr frei und tief atmen kann und die Stimme sich nicht entfaltet, ist klar. Ein Teufelskreis, der durchbrochen werden muss, denn der körperliche Zustand wirkt wiederum auf die Seele zurück. Um eine Veränderung herbeizuführen geht es z.B. darum, den Körper wieder aufzurichten, die Muskulatur zu entspannen, die Stimme zu befreien und eine gesunde Atmung zu trainieren. Viele Menschen sind noch dazu "ausdrucksscheu", trauen sich also nicht, zu gestikulieren und sprechen mit unbewegter Miene; meist, um ihre Gefühle zu verbergen. Aber auch der Ausdruck der Gefühle ist Teil einer authentischen Ausstrahlung.
Übrigens: Untersuchungen bestätigen: Wenn wir jemandem zuhören, achten wir zu 55 Prozent auf Gestik, Mimik, Haltung und Bewegung, zu 38 Prozent auf Stimme und Tonfall und nur zu sieben Prozent auf den Inhalt. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass wir oberflächlich wahrgenommen werden. Die Untersuchung zeigt auch, dass wir von unseren Mitmenschen ganzheitlich gesehen werden, nämlich als eine Einheit von Körper, Geist und Seele; Elemente des Menschen, die sich wechselseitig beeinflussen.
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