Ein festes Schnäuzen und plötzlich breiten sich dramatisch aussehende rote Flecken im Taschentuch, auf dem Kopfkissen oder T-Shirt aus. Doch was bedrohlich ausschaut, ist fast immer harmlos – immerhin können schon 5 ml Blut (ein Schnapsglas voll) ein blütenweißes Taschentuch in ein nasses rotes verwandeln.
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Die Schleimhaut in der Nase ist von zahlreichen kleinen Gefäßen durchzogen, damit das durchfließende Blut die Atemluft erwärmen kann. Wenn plötzlich Blut aus einem oder beiden Nasenlöchern austritt – fachsprachlich als Epistaxis bezeichnet – ist fast immer eine Verletzung der Schleimhaut die Ursache. An einer Stelle im vorderen Bereich der Nasenscheidewand (Locus Kieselbachii) liegen besonders viele Gefäße nahe an der Oberfläche, können also recht schnell verletzt werden. Ein bohrender Finger oder starkes Schnäuzen bei sehr trockener Schleimhaut, z.B. nach einem Schnupfen, reichen dann bereits aus, eine Blutung in Gang zu setzen.
Auch Gewalteinwirkung kann zu Nasenbluten führen: ein Fausthieb oder ein Unfall mit der Folge eines Nasenbeinbruchs, ein Fremdkörper, der durch den kindlichen Forschungsdrang eine Weg ins Naseninnere gefunden hat.
Seltene Ursachen für häufiges, schnell auslösbares und/oder starkes Nasenbluten sind starker Bluthochdruck, bestimmte Gefäßentzündungen (Vaskulitis), die mit einer erhöhten Gefäßbrüchigkeit einhergehen, Gerinnungsstörungen oder eine (erbliche) Osler-Krankheit, bei der es zu einer Erweiterung von Blutgefäßen (Teleangiektasien) und ihrer erhöhten Verletzlichkeit kommt.
Daneben scheint es auch eine familiäre Anfälligkeit dafür zu geben, bereits bei geringen Reizen Nasenbluten zu entwickeln, ohne dass dafür eine krankhafte Ursache gefunden werden kann. Das zeigt sich oft bereits im Kindesalter – nervig, aber ungefährlich.
Viele Betroffene berichten, dass nach einem Nasenbluten die Nase "gereizt" zu sein scheint und in den Tagen danach immer wieder Blutungsattacken auftreten. Die Erklärung ist einfach: Wie bei einer Verletzungen auf der Haut bildet sich auch hier Schorf, der die Schleimhaut bis zum Abheilen der Wunde schützt. Dieser ist aber nicht sehr widerstandsfähig, sodass bereits kleine Reize genügen, dass die Kruste wieder ab- oder aufreißt. Bei Kindern reicht dann schon normales Rumtoben, bei dem sich ja kurz der Druck in den Gefäßen erhöht, auch bohren sie gern in der Nase, um die Borken abzuknibbeln.
Zunächst: Bleiben Sie ruhig – es sieht in der Regel schlimmer aus als es ist. Der Betroffene sollte seinen Kopf im Sitzen oder Stehen etwas nach vorne beugen, am besten über ein Waschbecken und die Nasenflügel mit Daumen und Zeigefinger mehrere Minuten zusammendrücken. Als Alternative bietet sich eine Nasentampon aus Toilettenpapier oder einem Papiertaschentuch an: Verzwirbeln Sie dies zu einer 2 Zentimeter langen, bleistiftstarke Rolle, fetten Sie diese mit Vaseline oder Hautcreme ein und führen Sie die Tamponade in den vorderen Nasenabschnitt ein. Damit drücken Sie die Blutung – für etwa 10 Minuten – quasi von innen ab. Legen Sie nicht den Kopf in den Nacken, weil so das Blut die Rachenwand hinunterläuft, verschluckt wird und zu Übelkeit führen kann.
Daneben können Sie noch einige andere – mehr oder weniger anerkannte – Tipps versuchen:
Übrigens: Das häufig empfohlene ärztliche "Veröden" der Blutungsstelle sollte nicht als erste Maßnahme zum Einsatz kommen. Damit wird auch eine Wunde erzeugt, die sich infizieren und ebenfalls bluten kann.
Tipp: Suchen Sie einen HNO-Arzt auf, wenn die Blutung nicht innerhalb einer Viertelstunde aufhört, sehr stark, spitzend oder durch eine Verletzung bedingt ist.
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Geben Sie den Blutgefäßen Zeit zu heilen: Vermeiden Sie 1–2 Tage, sich zu schnäuzen. Pflegen Sie Ihre Nasenschleimhaut sowohl nach einer Blutung als auch vorbeugend, v.a. wenn Sie zu Nasenbluten neigen. Im Handel werden zahlreiche Präparate angeboten, mit denen die Schleimhaut feucht und geschmeidig gehalten und damit widerstandsfähiger wird – Creme und Salben (können Sie mit dem Finger oder einem Wattestäbchen einbringen), Tropfen und Sprays. Mögliche Präparate sind z.B. Babyöl oder spezielles Nasenöl (z.B. Gelositin®), Nasenheilspray, Nasensalbe mit Dexapanthenol oder mit Salz (z.B. Bepanthen®, Emser®).
Achten Sie auf ausreichende Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen – ein Raumluftbefeuchter, Verdunstungsgefäße auf den Heizkörpern, große Grünpflanzen oder auch evtl. nasse Handtücher neben Ihrem Bett helfen Ihnen dabei. Daneben scheinen auch regelmäßige Aktivitäten, die den Kreislauf stärken, die Häufigkeit für Nasenbluten zu verringern - z.B. Ausdauersport oder Saunabesuche. Und ganz nebenbei tun Sie damit noch etwas für Ihr Immunsystem und Wohlbefinden!
Tipp: Leiden Sie immer wieder an starkem Nasenbluten, sollten Sie von Ihrem Arzt eine ernste Ursache abklären lassen.
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